Eine österreichische Studie hat ergeben, dass ein Berufswechsel umso wahrscheinlicher ist, je länger die Ausbildung des Ursprungsberufes zurückliegt. Offensichtlich gibt es einige Jahre nach der Ausbildung die große Ernüchterung. Anfangs hat sich so mancher mit Leidenschaft für einen Beruf entschieden und eine Ausbildung begonnen. Doch je länger die Tätigkeit in diesem Beruf dauert, umso mehr leidet der Idealismus und die Freude am erlernten Beruf. Dann wird eine fremde Tätigkeit plötzlich – vielleicht aber auch schleichend – viel interessanter. Es fällt auch auf, dass diejenigen die den Beruf wechseln öfter von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Auch Frauen, die nach einer Familien- und Erziehungszeit wieder berufstätig werden wollen, ergreifen erstaunlich oft einen anderen Beruf als den ursprünglich erlernten. Da stellt sich die Frage, ob das duale Ausbildungssystem so noch in unsere Gesellschaft passt. Prinzipiell ist dieser Weg der Ausbildung gut, finde ich. Aber in den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft verändert. Sollte da nicht auch das Ausbildungssystem angepasst werden? Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausbildungsverbund zwischen mehreren Berufsbildern und –zweigen? Damit könnte Betriebs- und Branchenübergreifend zum Beispiel der berufsschulische Teil der Ausbildung erneuert werden. Das macht sich sicher mittel- und langfristig auch in den Umsatzzahlen der Betriebe bemerkbar. Vielleicht könnten zwei Betriebe ihre Auszubildenden auch wechselseitig für bestimmte Bildungsbereiche untereinander austauschen. Das hat für die Betriebe den Vorteil, dass auch in Teilen ausgebildet werden kann, die der Betrieb selbst nicht anbieten kann. Und für die Auszubildenden hat es den Vorteil, mehrere Betriebe, vielleicht sogar verschiedene Branchen kennen zu lernen. Alles in allem würde jeder davon profitieren, und eben das würde sich umsatzsteigernd auswirken. Denn umfangreicher ausgebildete Mitarbeiter sind wertvolleres Betriebskapital. Und höhere Einkünfte bieten die Chance, mehr ausgeben zu können. Somit wären auch die steigenden Lebenshaltungskosten nicht mehr so konjunkturbremsend. Alles in allem würden nicht nur Betriebsergebnisse verbessert, auch die täglichen Einnahmen in den betrieblichen Kassen wären zu steigern. Gerechtigkeit auf allen Seiten meine ich zu erkennen. Wenn auch so manche Kosten steigen, die letzten Endes nicht steigen müssten, so sehe ich aber gut ausgebildete Mitarbeiter als absolut wichtiges Betriebskapital, das angemessen entlohnt werden sollte. Und zwar in der Höhe, dass nicht noch ergänzende Leistungen aus öffentlichen Kassen beantragt werden müssen. Denn das wiederum macht sich in Handel, Gastronomie und dem Rest der Wirtschaft bemerkbar. Umsätze stagnieren oder sinken sogar. Das macht Investitionen schwierig, obwohl selbige spätestens bei Bedarf enorm wichtig sind. Investitionen können getätigt werden in Richtung neue Mitarbeiter, Verbesserung der Geschäftseinrichtung sowie Registrierkassen und Kassensysteme oder Netzwerkkassen. Welche Ausstattung diesbezüglich gewählt wird, sollte von der Betriebsart und der Betriebsgröße abhängen. Für kleinere Einzelhandelsgeschäfte ist sicher eine einfache Registrierkasse ausreichend. Im Hotelgewerbe hingegen könnte ein ausführliches Kassensystem mit umfangreichem Netzwerk sinnvoll sein.
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